Sinkende Zinsen 2025: Diese Alternativen hast du jetzt

Letztes Update: 7. Februar 2025

Die Zinsen auf Sparkonten sinken erneut auf breiter Front. Der Vergleichsdienst moneyland.ch hat ermittelt, dass Erwachsene auf Sparkonten in Schweizer Franken durchschnittlich nur noch 0.35% Zinsen erhalten. Ende 2024 waren es noch 0.5% und Ende 2023 sogar 0.8%. Doch welche Alternativen gibt es bei sinkenden Zinsen, um dein Geld trotzdem gewinnbringend anzulegen? In diesem Beitrag über sinkende Zinsen und Alternativen erfährst du, wie du mit den richtigen Anlagemöglichkeiten auch in Niedrigzinsphasen attraktive Renditen erzielen kannst.

Warum sinken die Zinsen 2025?

Im Dezember 2024 hat die Schweizerische Nationalbank den Leitzins nicht nur um 0.25%, sondern gleich um 0.5% auf 0.5% gesenkt. Ziel dieses relativ grossen Zinsschrittes ist es, den Franken zu schwächen und die Wirtschaft anzukurbeln. Null- und Negativzinsen rücken damit wieder in den Bereich des Möglichen.

Die Auswirkungen sinkender Zinsen auf dein Vermögen

Zinssenkungen ermöglichen es den Banken, günstigere Kredite anzubieten, und können dazu beitragen, die Wirtschaft anzukurbeln und die Nachfrage nach Gütern und Dienstleistungen zu steigern. Dies wirkt sich positiv auf Vermögenswerte wie Immobilien, den Buchwert von Anleihen und grundsätzlich auch auf Aktien aus. Die daraus resultierende höhere Nachfrage soll den Teuerungsdruck erhöhen und die Arbeitslosigkeit senken.

Die Zinsentscheide der Schweizerischen Nationalbank haben einen direkten Einfluss auf die Refinanzierungskosten der Banken und damit indirekt auf die Zinssätze, welche die Banken ihren Kunden anbieten. Eine Zinssenkung führt in der Regel dazu, dass die Banken auch ihre Sparzinsen senken. Zinssenkungen werden in der Regel sofort umgesetzt. Bei Zinserhöhungen sind die meisten Banken etwas langsamer.

Hypotheken werden mit sinkenden Zinsen tendenziell günstiger. So dürfte der für die Miethöhe relevante Referenzzinssatz im März 2025 mit hoher Wahrscheinlichkeit sinken, so dass die Mietenden wieder Mietzinssenkungen verlangen können. Auf der anderen Seite dürfte die Zinssenkung die Immobilienpreise weiter in die Höhe treiben.

Inflation und Zinsen: Wie sie zusammenhängen und was das für dich bedeutet

Inflation und Zinssätze sind eng miteinander verbunden, da die Zinssätze ein zentrales Instrument der Zentralbanken zur Steuerung der Inflation sind. Sinken die Zinsen, werden Kredite billiger, was die Nachfrage nach Gütern und Dienstleistungen erhöht und die Inflation anheizen kann. Steigt der Zinssatz, wird das Sparen attraktiver. Konsum und Investitionen gehen zurück, was die Inflation dämpft.

Es wäre also irreführend, nur den Zinssatz auf dem Sparkonto zu betrachten. Viel wichtiger ist eine reale Betrachtung. Dazu ein Beispiel:

Zinssatz SparkontoInflationsrateRealrendite
3%3.5%-0.48%
0.5%1%-0.50%

Die 3% Zinsen auf dem Sparkonto im ersten Beispiel klingen gut, aber real, also inflationsbereinigt, ist die Rendite sogar negativ. Du verlierst also Geld, wenn du es einfach auf dem Sparkonto liegen lässt.

Wenn wir jetzt noch die Steuern berücksichtigen, wird das erste Beispiel mit den 3% Zinsen noch unattraktiver, denn auf die erhaltenen Zinsen zahlst du Einkommenssteuern. Nehmen wir einen Grenzsteuersatz von 25% an. Das bedeutet, dass von jedem Franken, den du zusätzlich mit Zinsen verdienst, 25 Rappen als Steuern abgeführt werden müssen.

Zinssatz SparkontoInflationsrateRealrenditeSteuerbereinigte Rendite
3%3.5%-0.48%-1.23%
0.5%1%-0.50%-0.63%

Die steuerbereinigte Realrendite beträgt somit -1.23% - ein Verlustgeschäft. Und der Zinssatz von 0.5% bei tiefer Inflation ist plötzlich attraktiver als die 3% bei höherer Inflation.

moneyland.ch hat auch die historischen realen Zinsen untersucht: So gab es zwischen 1933 und 2019 in 51 Jahren positive und in 36 Jahren negative Realzinsen für SparerInnen. Im Durchschnitt über den gesamten Zeitraum von 87 Jahren betrug der Realzins gerade einmal 0.07% pro Jahr.

Landesindex der Konsumentenpreise, Bundesamt für Statistik 2024

Soll ich mein Geld in einer Fremdwährung mit höheren Zinsen anlegen?

Die kurze Antwort lautet nein. Erstens fallen Wechselgebühren für den Umtausch und Rücktausch an und du holst dir ein Währungsrisiko in die relativ sichere Anlageform Bargeld.

Oft sind nicht nur die Zinsen im Ausland höher, sondern auch die Inflation, und jetzt weisst du, dass Zinsen und Inflation zusammenhängen. Das schlägt sich nun in einer schwächeren Währung nieder. Der Schweizer Franken war in der Vergangenheit eine stabile Währung und es spricht wenig dagegen, dass sich das in Zukunft ändert. Die meisten anderen Währungen haben gegenüber dem Schweizer Franken (langfristig) immer an Wert verloren. Seit Ende Mai 2024 hat sich beispielsweise der Euro gegenüber dem Schweizer Franken um rund 4.5% abgewertet. Währungsbereinigt, real und nach Steuern hättest du also bei einer sicheren Anlageklasse wie Cash durchaus viel Geld verloren.

Sinkende Zinsen Fremdwährungsrisiko

Und wenn du Gelder als Cash bei einer ausländischen Bank hältst, solltest du dich immer über die dortige Einlagensicherung informieren.

Sicherheitsorientierte Alternativen: Das bieten Sparkonto, Kassenobligationen und Co.

Hier findest du einen monatlich aktualisierten Zinsvergleich. Bei Sparkonten sind immer die Rückzugsbedingungen zu beachten und dass die Banken die Zinsen jederzeit anpassen können.

Wenn du etwas länger auf dein Geld verzichten kannst, könnten Kassenobligationen für dich interessant sein. Kassenobligationen sind festverzinsliche Wertpapiere, die von Banken ausgegeben werden und den AnlegerInnen eine sichere, mittelfristige Anlagemöglichkeit mit fester Laufzeit und garantierten Zinsen bieten. Hier findest du einen Kassenobligationen Zinsvergleich

Kassenobligationen in staatlicher Währung, die im Namen des Inhabers bei der ausgebenden Bank hinterlegt sind, unterliegen ebenso wie Sparkonten von Schweizer Banken der Schweizer Einlagensicherung von CHF 100’000. Hast du mehrere Konten bei derselben Bank, werden die Guthaben zusammengezählt und es sind insgesamt maximal CHF 100’000 gesichert. Hier findest du Details zur Schweizer Einlagensicherung.

Aktien und ETFs: Nicht nur bei niedrigen Zinsen attraktiv

Geld, das du in den nächsten 15 Jahren nicht benötigst, kannst du renditestärker am Aktienmarkt anlegen. Voraussetzung ist, dass du neben einem ausreichend langen Anlagehorizont auch die nötige Risikobereitschaft mitbringst. Die Anlage in Aktien und ETFs ist immer mit Schwankungen verbunden. Je höher der Aktienanteil in einem Portfolio ist, desto grösser sind die Schwankungen.

Wenn du beispielsweise in 5 Jahren eine Immobilie kaufen möchtest, ist der Aktienmarkt nicht der richtige Ort, um das dann benötigte Eigenkapital anzulegen. Dafür ist der Anlagehorizont zu kurz und das Risiko zu gross, dass sich der Aktienmarkt gerade in einem Bärenmarkt befindet und du die Buchverluste realisieren musst.

Mittlerweile gibt es auch in der Schweiz günstige Angebote von Brokern, bei denen man relativ einfach ein eigenes Depot mit ETFs zusammenstellen kann. Zu den attraktivsten Anbietern auf dem Schweizer Markt gehören derzeit Saxo und Swissquote. Mehr über die beiden Schweizer Broker erfährst du im Beitrag Swissquote vs. Saxo: Finde den besten Schweizer Online-Broker.

Robo-Advisors und digitale Vermögensverwaltung: Ein einfacher Einstieg ins Investieren

Wenn du dich nicht selbst um die Auswahl der ETFs kümmern möchtest, sind digitale Vermögensverwalter, sogenannte Robo-Advisors, die richtige Wahl für dich. Diese ermitteln nach der Bestimmung deines Risikoprofils die passende Aktienquote und verwalten dein Portfolio zu attraktiven Konditionen. Oft beträgt die Mindestanlage nur wenige Schweizer Franken. Bei vielen Robo-Advisors ist in der Jahresgebühr ein Schweizer eSteuerauszug inbegriffen, der das Ausfüllen der Steuererklärung zum Kinderspiel macht. Wenn du einen Schweizer Robo-Advisor suchst, wirst du im Robo-Advisor Vergleich Schweiz 2025.

Fazit: So findest du die richtige Strategie trotz sinkender Zinsen

Trotz sinkender Zinsen im Jahr 2025 gibt es nach wie vor viele Möglichkeiten, dein Vermögen sinnvoll und gewinnbringend anzulegen. Entscheidend ist, dass du die richtige Anlagestrategie wählst, die deinem Anlagehorizont und deinem Risikoprofil entspricht.

Für kurzfristige Ziele solltest du auf sichere Alternativen wie Sparkonten oder Kassenobligationen setzen. Diese bieten zwar tiefere Renditen, aber eine hohe Sicherheit und eine stabilere Ertragsquelle als der volatile Aktienmarkt.

Für langfristige Ziele, bei denen du auch bereit bist, ein höheres Risiko einzugehen, eignen sich Aktien und ETFs. Hier kannst du von höheren Renditen profitieren, sofern du einen ausreichend langen Anlagehorizont hast und Marktschwankungen aushalten kannst.

Zudem bieten digitale Vermögensverwalter wie Robo-Advisors eine einfache Möglichkeit, dein Portfolio passiv zu verwalten und von professionellen Strategien zu profitieren.


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