Letztes Update: 22. Juli 2026
Der Schweizer Aktienmarkt wird stark von wenigen Grosskonzernen wie Nestlé, Novartis und Roche geprägt. Mit dem UBS SPI Extra ETF (SPIEXT) erhalten Anlegerinnen und Anleger Zugang zu Schweizer Nebenwerten ausserhalb des SMI und können ihr Portfolio gezielt um Mid- und Small-Cap-Unternehmen ergänzen.
In diesem Beitrag analysiere ich den Aufbau, die Kosten sowie die Chancen und Risiken des SPIEXT und zeige, welche Rolle ein solcher ETF in einem diversifizierten Portfolio spielen kann.
Hinweis: Dieser Beitrag dient ausschliesslich der Information und stellt keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung dar. Er ersetzt keine individuelle, auf die persönliche Situation abgestimmte Beratung.
Inhaltsverzeichnis
- Was ist der UBS SPI Extra (SPIEXT)?
- SPI Extra TR Index: Aufbau und Methodik
- Warum Schweizer Nebenwerte (Small & Mid Caps)?
- Kennzahlen im Überblick: TER, Fondsgrösse, Replikationsmethode
- SPIEXT im Depot: Ergänzung zu SMI-lastigen Portfolios
- Chancen und Risiken von Nebenwerten
- Für wen eignet sich der SPI Extra?
- SMI, SPI, SPI Extra, SMIM und SPI Mid im Vergleich
- Fazit: Lohnt sich der SPIEXT?
- Kostenloses Erstgespräch buchen
Was ist der UBS SPI Extra (SPIEXT)?
Im Sommer 2026 hat die UBS mit dem SPIEXT einen neuen ETF lanciert, der Schweizer Anlegerinnen und Anlegern Zugang zu den kleineren Aktien des Swiss Performance Index (SPI) bietet. Mit einem verwalteten Vermögen von aktuell rund CHF 8.3 Millionen steht der thesaurierende ETF noch am Anfang seiner Entwicklung, schliesst aber eine Lücke im Schweizer ETF-Angebot, die bislang kaum besetzt war und dürfte in Zukunft entsprechend wachsen.
SPI Extra TR Index: Aufbau und Methodik
Der SPI Extra unterscheidet sich vom breiten SPI dadurch, dass die 20 grössten Werte des Schweizer Aktienmarktes – also die SMI-Titel – ausgeklammert werden. Übrig bleibt das breite Feld der Small- und Mid-Cap-Unternehmen. Als Total-Return-Index werden Dividenden im Index reinvestiert, der ETF selbst ist thesaurierend, wodurch Erträge automatisch wieder angelegt werden und sich deshalb insbesondere für langfristigen Vermögensaufbau eignet.
Warum Schweizer Nebenwerte (Small & Mid Caps)?
Wer in ETFs auf den SMI oder selbst den SPI investiert, hält faktisch eine Wette auf eine Handvoll Grosskonzerne wie Nestlé, Novartis oder Roche. Nebenwerte haben historisch teilweise eine Small-Cap-Prämie gezeigt, wie sie im Fama-French-Faktorenmodell beschrieben wird. Diese Prämie ist jedoch nicht garantiert und kann über lange Zeiträume ausbleiben. Für ein Portfolio, das bereits über breite Welt-ETFs abgedeckt ist, kann ein gezielter Nebenwerte-Baustein die Diversifikation innerhalb der Schweizer Position spürbar verbessern.
Kennzahlen im Überblick: TER, Fondsgrösse, Replikationsmethode
Der SPIEXT repliziert physisch, hält also die zugrundeliegenden Aktien direkt. Das Fondsvolumen ist mit rund CHF 8.3 Millionen noch klein, der Spread kann also noch etwas grösser als bei einem etablierten ETF sein. Die TER beträgt 0.13% und Dividenden werden thesauriert, also nicht ausgeschüttet.
SPIEXT im Depot: Ergänzung zu SMI-lastigen Portfolios
In der Praxis eignet sich der SPIEXT weniger als Kernposition, sondern als gezielte Beimischung. Anlegerinnen und Anleger, die über einen globalen ETF wie einen All-World-Index bereits breit gestreut sind und zusätzlich eine Schweiz-Übergewichtung wünschen – etwa aus Währungsüberlegungen – können mit dem SPIEXT gezielt jenen Teil des Heimmarktes abdecken, der in klassischen SMI-ETFs komplett fehlt. So entsteht eine bewusste, faktororientierte Ergänzung statt einer zufälligen Klumpenbildung bei den immer gleichen Schwergewichten.
Der SPIEXT ETF ist bei Saxo Bank Schweiz, Swissquote und Interactive Brokers bereits handelbar.
Chancen und Risiken von Nebenwerten
Der potenziellen Small-Cap-Prämie stehen reale Risiken gegenüber: höhere Volatilität, geringere Liquidität einzelner Positionen und eine stärkere Konjunktursensitivität vieler Nebenwerte-Unternehmen. Zudem ist die Kursentwicklung von Nebenwerten in Stressphasen an den Märkten oft ausgeprägter als bei den grossen, breit diversifizierten Blue-Chip-Konzernen. Sprich der ETF schwankt stärker als ein SPI mit den drei “langweiligen” Schwergewichten Roche, Novartis und Nestlé. Wer sich für den SPIEXT entscheidet, sollte diesen Baustein als langfristige, planbare Position verstehen und nicht als taktisches Kurzfrist-Investment. Es wird wie beim Factor-Investing immer wieder Phasen geben, wo der SPI Extra dem SPI hinterherlaufen wird.
Für wen eignet sich der SPI Extra?
Der SPIEXT richtet sich an Anlegerinnen und Anleger mit langem Anlagehorizont, die ihr Portfolio bereits über einen globalen Kern-ETF abgedeckt haben und gezielt eine Schweiz-Position mit Fokus auf Nebenwerte ergänzen möchten. Für Einsteigerinnen und Einsteiger, die noch keine breite Basisallokation besitzen, ist ein globaler ETF meist die sinnvollere erste Wahl – der SPIEXT entfaltet seinen Nutzen vor allem als bewusst gewählter Baustein in einer bereits durchdachten Gesamtstrategie.
SMI, SPI, SPI Extra, SMIM und SPI Mid im Vergleich
Wer sich näher mit dem SPI Extra auseinandersetzt, stösst schnell auf eine ganze Familie ähnlich klingender Indizes. Ein Überblick schafft Klarheit, wie sich diese zueinander verhalten:
| Index | Anzahl Titel | Fokus |
|---|---|---|
| SMI | 20 | Blue Chips (Grosskonzerne) |
| SPI | 200+ | Gesamter Schweizer Markt |
| SPI Extra | 180+ | Mid- & Small-Caps (SPI ohne SMI) |
| SMIM | 30 | Grösste Mid-Caps ausserhalb SMI |
| SPI Mid | ~80 | Mid-Caps innerhalb SPI Extra |
Die Systematik dahinter: Der SPI bildet den gesamten Schweizer Markt ab und lässt sich in zwei Teile zerlegen – den SMI (die 20 grössten Blue Chips) und den SPI Extra (alles Übrige, also Mid- und Small-Caps). Der SPI Extra selbst gliedert sich wiederum in SPI Mid (die grösseren Nebenwerte) und SPI Small (die kleinsten, kaum separat investierbaren Titel). Der SMIM ist demgegenüber enger gefasst: Er bildet nur die 30 grössten Mid-Cap-Titel ab und lässt die kleineren Small Caps aussen vor.
Für die Praxis heisst das: Wer mit dem SPIEXT in den SPI Extra investiert, deckt das gesamte Nebenwerte-Spektrum ab – breiter als mit einem reinen SMIM- oder SPI-Mid-ETF, dafür mit etwas höherer Volatilität durch den Small-Cap-Anteil.
Fazit: Lohnt sich der SPIEXT?
Der UBS SPI Extra schliesst eine echte Lücke im Schweizer ETF-Angebot und macht das bislang nur über Indexfonds verfügbare Nebenwerte-Segment erstmals kosteneffizient investierbar.
Als junger Fonds mit noch kleinem Volumen lohnt sich vor dem Einstieg ein Blick auf aktuelle Spreads und Handelsvolumen. Ob und in welcher Gewichtung der SPIEXT ins eigene Portfolio passt, hängt von der individuellen Anlagestrategie, dem Anlagehorizont und der bestehenden Diversifikation ab – eine Frage, die im Rahmen einer persönlichen Finanzplanung beantwortet werden sollte.
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