Sparplan Schweiz mit Dimensional Fonds: Wissenschaftlich & global investieren

Wer in der Schweiz einen langfristigen Sparplan aufbauen will, kommt an der Frage nicht vorbei, wie ein Portfolio strukturiert sein sollte. Ein möglicher Ansatz ist eine breite globale Diversifikation, kombiniert mit einer gezielten Ausrichtung auf Faktoren, bei denen langfristig höhere erwartete Renditen bestehen.

Dimensional verfolgt genau diesen Ansatz. Die Fonds investieren weltweit in Tausende Unternehmen und berücksichtigen neben der Marktkapitalisierung auch Faktoren wie Unternehmensgrösse, Bewertung und Profitabilität. Gleichzeitig soll das Portfolio möglichst breit diversifiziert, systematisch gesteuert und kosteneffizient umgesetzt werden.

Dieser Beitrag erklärt, wie dieser Ansatz funktioniert, weshalb globale Diversifikation wichtig ist und worauf du achten solltest, wenn du einen Sparplan mit Dimensional Fonds aufbauen möchtest.

Warum ein Sparplan mit globalen Aktien Sinn macht

Ein Sparplan entfaltet sein Potenzial vor allem dann, wenn du ihn über viele Jahre oder sogar Jahrzehnte konsequent durchhältst. Das gelingt leichter, wenn die Anlagestrategie auf nachvollziehbaren Prinzipien basiert, du also genau verstehst, worin du investierst, und nicht davon abhängt, welche Anlage gerade besonders beliebt ist.

Genau hier setzt Dimensional an. Der international tätige Vermögensverwalter verfolgt einen wissenschaftlich fundierten Investmentansatz. Anlageentscheidungen sollen sich nicht auf Prognosen basieren, welche Aktie, Branche oder welches Land als Nächstes besonders gut abschneiden könnte.

Stattdessen geht es darum, die Erkenntnisse der Kapitalmarktforschung systematisch in ein Portfolio zu übersetzen. Dimensional achtet auf eine breite Streuung, eine gezielte Ausrichtung auf Faktoren wie Size, Value und Profitabilität und eine möglichst kostengünstige Umsetzung.

Das klingt zunächst theoretisch. Für einen Sparplan ist es aber durchaus praktisch: Du brauchst keine Einschätzung darüber, ob die USA, Europa oder die Schwellenländer im nächsten Jahr besser abschneiden werden. Du investierst regelmässig nach einem vorher festgelegten Konzept.

Wissenschaft, Kunst, Praxis: Die Denkweise hinter Dimensional

Dimensional-Gründer David Booth beschreibt die Anlagephilosophie seines Unternehmens häufig anhand von drei Begriffen: Wissenschaft, Kunst und Praxis.

Wissenschaft bedeutet, dass Anlageentscheidungen auf Erkenntnissen der Kapitalmarktforschung beruhen. Seit Jahrzehnten untersucht die Forschung, welche Eigenschaften von Aktien mit unterschiedlichen erwarteten Renditen und Risiken verbunden sind und wie sich diese Erkenntnisse für Anleger nutzen lassen.

Kunst beschreibt die Umsetzung dieser Erkenntnisse in ein konkretes Portfolio. Denn selbst wenn bekannt ist, dass bestimmte Aktienmerkmale mit höheren erwarteten Renditen verbunden sind, muss entschieden werden, wie stark diese Merkmale berücksichtigt werden und wie das Portfolio gleichzeitig diversifiziert bleibt.

Praxis schliesslich bedeutet, dass eine Anlagestrategie auch tatsächlich umgesetzt und durchgehalten werden muss. Ein theoretisch gutes Portfolio hilft wenig, wenn Anleger in einer längeren Börsenkorrektur ihre Strategie ändern oder verkaufen.

Gerade für einen langfristigen Sparplan ist dieser letzte Punkt entscheidend. Die Strategie muss nicht nur auf dem Papier funktionieren, sondern auch dann noch tragbar sein, wenn die Märkte über längere Zeit deutlich fallen.

Warum Streuung über Länder hinweg so wichtig ist

Für einen Schweizer Anleger ist die Versuchung gross, den Schwerpunkt auf den heimischen Aktienmarkt zu legen. Schliesslich kennt man Schweizer Unternehmen besser und die Anlagen sind in Schweizer Franken notiert.

Der globale Aktienmarkt ist jedoch wesentlich grösser als der Schweizer Markt. Ein globales Portfolio eröffnet deshalb Zugang zu einer Vielzahl weiterer Länder, Branchen und Unternehmen.

Wie breit ein solcher Ansatz diversifizieren kann, zeigt beispielsweise der Dimensional World Equity Fund. Der Fonds investiert in über 13’000 Aktien aus 47 Ländern.

Auch ein Faktoransatz muss also keineswegs bedeuten, dass du auf wenige Unternehmen oder bestimmte Branchen wettest. Im Gegenteil: Die Berücksichtigung von Merkmalen wie Size, Value und Profitabilität kann innerhalb eines sehr breit diversifizierten globalen Aktienportfolios erfolgen.

Die breite Streuung reduziert dabei insbesondere das unternehmensspezifische Risiko. Wenn eine einzelne Aktie stark fällt oder ein Unternehmen sogar ausfällt, ist der Einfluss auf ein Portfolio mit Tausenden Titeln entsprechend begrenzt.

Wie die Aktien-Allokation aufgebaut wird

Der naheliegendste Ausgangspunkt für die Verteilung auf Länder und Unternehmen ist die Marktkapitalisierung. Ein Weltmarktportfolio gewichtet Unternehmen grundsätzlich danach, wie gross ihr Börsenwert ist. Grosse Aktienmärkte und Unternehmen erhalten dadurch ein höheres Gewicht als kleinere.

Mitte 2026 entfällt laut Dimensional rund 62% der globalen Aktienmarktkapitalisierung auf die USA. Der übrige Teil verteilt sich auf zahlreiche weitere Märkte, darunter Japan, China, das Vereinigte Königreich, Kanada und viele kleinere Länder.

Der Vorteil einer Gewichtung nach Marktkapitalisierung liegt unter anderem darin, dass sich das Portfolio automatisch an die Entwicklung der Märkte anpasst. Steigt der Börsenwert eines Landes oder Unternehmens, nimmt sein Gewicht zu. Fällt er relativ zum restlichen Markt, nimmt sein Gewicht ab.

Damit ist ein globales Marktportfolio zunächst einmal eine sehr einfache Antwort auf eine schwierige Frage: Du musst nicht wissen, welches Land künftig besonders erfolgreich sein wird, sondern kannst den globalen Aktienmarkt als Ausgangspunkt nehmen.

Kleiner, günstiger, profitabler: Wo höhere Renditen zu erwarten sind

Dimensional geht allerdings einen Schritt weiter als ein klassischer, rein nach Marktkapitalisierung gewichteter Weltindex.

Die Kapitalmarktforschung hat verschiedene Faktoren identifiziert, die langfristig mit unterschiedlichen erwarteten Renditen verbunden sind. Besonders relevant sind dabei Unternehmensgrösse, Bewertung und Profitabilität.

Size: kleinere Unternehmen

Kleinere Unternehmen weisen langfristig andere Renditeeigenschaften auf als sehr grosse Unternehmen. In der Forschung wird dieser Zusammenhang häufig als Size-Effekt bezeichnet.

Das bedeutet allerdings nicht, dass kleine Unternehmen jedes Jahr besser abschneiden. Im Gegenteil: Kleinere Unternehmen können deutlich stärker schwanken und über längere Zeiträume hinter grossen Unternehmen zurückbleiben.

Value: günstig bewertete Unternehmen

Ein zweites Merkmal ist die Bewertung. Aktien, deren Preis im Verhältnis zu bestimmten Unternehmenskennzahlen relativ niedrig ist, werden häufig als Value-Aktien bezeichnet.

Historisch wurden solche Aktien mit höheren erwarteten Renditen in Verbindung gebracht. Der Grundgedanke ist, dass Anleger für die Übernahme bestimmter Risiken beziehungsweise für die Unsicherheit über die zukünftige Entwicklung dieser Unternehmen entschädigt werden können.

Auch hier gilt: Value ist keine Garantie für eine höhere Rendite. Es kann lange Phasen geben, in denen teure Wachstumsunternehmen deutlich besser abschneiden – wie beispielsweise in den vergangenen Jahren bei vielen Big-Tech-Aktien.

Profitabilität: wirtschaftlich robuste Unternehmen

Ein weiteres Merkmal ist die Profitabilität eines Unternehmens. Unternehmen mit höherer Profitabilität weisen in der Kapitalmarktforschung andere Renditeeigenschaften auf als Unternehmen mit niedriger Profitabilität.

Dimensional berücksichtigt deshalb unter anderem die Profitabilität bei der Auswahl und Gewichtung von Aktien.

Dimensional Sparplan Schweiz Faktoren

Die drei Merkmale Size, Value und Profitabilität bilden damit einen wichtigen Bestandteil des Dimensional-Ansatzes. Sie sollen jedoch nicht isoliert betrachtet werden. Entscheidend ist die Kombination mit einer breiten Diversifikation und einer Gewichtung, die weiterhin eng am globalen Aktienmarkt orientiert bleibt.

Faktoren sind keine Renditegarantie

Gerade bei Faktor-Investing ist ein Punkt wichtig: Historische Renditeunterschiede sind keine Garantie für die Zukunft.

Ein Anleger, der gezielt kleinere, günstig bewertete oder profitablere Unternehmen hält, muss damit rechnen, dass diese Merkmale über Jahre hinweg keinen zusätzlichen Ertrag bringen. Teilweise können sie sogar deutlich hinter dem Gesamtmarkt zurückbleiben.

Die Kombination verschiedener Merkmale kann die Abhängigkeit von einem einzelnen Faktor reduzieren. Sie schützt allerdings nicht davor, dass mehrere Faktoren gleichzeitig über längere Zeit schlechter abschneiden.

Das ist ein wichtiger Unterschied zu einer Darstellung, die Faktor-Investing als einfachen «Rendite-Booster» verkauft. Höhere erwartete Renditen gehen nicht gratis. Sie sind typischerweise mit zusätzlichen Risiken und längeren Phasen der Unterperformance verbunden.

Diszipliniert bleiben: So wird das Portfolio laufend nachjustiert

Eine Ziel-Allokation ist nur dann sinnvoll, wenn sie auch umgesetzt wird.

Dimensional steuert seine Portfolios deshalb laufend. Dabei werden beispielsweise Marktpreise, Unternehmensmerkmale, Liquidität und Handelskosten berücksichtigt.

Wenn sich die Gewichtung einzelner Aktien verändert, kann Dimensional beispielsweise Dividenden oder andere Mittelzuflüsse nutzen, um das Portfolio wieder anzupassen. Dadurch müssen nicht zwingend zusätzliche Käufe oder Verkäufe getätigt werden, was Handelskosten sparen kann.

Die Forschung dient dabei nicht dazu, kurzfristige Marktbewegungen vorherzusagen. Sie bildet vielmehr die Grundlage für die langfristige Ausrichtung des Portfolios.

Was das für deinen Sparplan bedeutet

Für einen langfristigen Sparplan lassen sich daraus einige einfache Grundprinzipien ableiten:

Global investieren

Ein globales Portfolio verteilt dein Geld auf tausende Unternehmen und zahlreiche Länder. Dadurch hängt die Entwicklung deines Vermögens weniger von einzelnen Unternehmen, einem einzelnen Aktienmarkt oder einer Branche ab.

Prognosefrei

Niemand weiss zuverlässig, welches Land, welche Branche oder welcher Anlagestil in den nächsten zehn Jahren am besten abschneiden wird. Ein breit diversifiziertes Portfolio reduziert die Notwendigkeit solcher Prognosen.

Wissenschaftlich untersuchte Renditemerkmale (Faktoren) berücksichtigen

Mit Size, Value und Profitabilität können Faktoren berücksichtigt werden, die historisch mit unterschiedlichen erwarteten Renditen verbunden waren.

Langfristig investiert bleiben

Auch eine wissenschaftlich begründete Strategie kann über längere Zeit hinter dem Gesamtmarkt zurückbleiben. Ein langfristiger Sparplan funktioniert deshalb nur, wenn du auch solche Phasen aushalten kannst. Gerade hier kann eine Finanzberatung mit Begleitung wertvollen Mehrwert bieten.

Kosten im Auge behalten

Keine Anlagestrategie ist kostenlos. Beim Dimensional World Equity Fund liegt die laufende Kostenquote aktuell bei rund 0.35% pro Jahr. Und ja, es ist ein Fonds, kein ETF. Dimensional bietet mittlerweile auch ETFs an. Diese sind derzeit jedoch nicht für den Vertrieb in der Schweiz zugelassen.

Damit sind Dimensional-Fonds etwas teurer als viele klassische Welt-ETFs. Dafür geht der Ansatz über die reine Abbildung des Weltmarkts hinaus: Dimensional berücksichtigt zusätzlich Faktoren wie Size, Value und Profitabilität und versucht gleichzeitig, die Umsetzung möglichst effizient zu gestalten.

Ob dieser Ansatz die zusätzlichen Kosten rechtfertigt, ist letztlich eine persönliche Anlageentscheidung.

Sind Dimensional Fonds für Privatanleger erhältlich?

Dimensional-Fonds sind nicht bei jedem Schweizer Broker verfügbar – und noch seltener lassen sie sich direkt als Spar- oder Entnahmeplan nutzen. Dass ein Fonds in der Schweiz zum Vertrieb zugelassen ist, bedeutet nämlich nicht automatisch, dass du ihn bei jedem Anbieter selbstständig kaufen kannst.

Der Zugang erfolgt deshalb häufig über Finanzberater oder bestimmte Plattformen und Depotlösungen. Wenn du Dimensional Fonds für deinen Sparplan interessant findest und wissen möchtest, wie die Umsetzung in der Schweiz funktioniert, kannst du dich gerne für ein unverbindliches Erstgespräch bei mir melden.

Fazit: Ein Sparplan braucht vor allem eine konsequente Strategie

Ein langfristiger Sparplan muss nicht kompliziert sein. Entscheidend ist vielmehr, dass die Strategie zu deinem Anlagehorizont und deinem Risikoprofil passt und dass du sie auch in schwierigen Börsenphasen durchhältst.

Der Dimensional-Ansatz kombiniert eine breite globale Diversifikation mit einer gezielten Berücksichtigung von Unternehmensgrösse, Bewertung und Profitabilität. Damit unterscheidet er sich von einem klassischen Welt-ETF, der den Markt im Wesentlichen nach Marktkapitalisierung abbildet.

Das macht Dimensional nicht automatisch zur besseren Lösung. Ein klassischer Welt-ETF kann für viele Anleger die einfachere und kostengünstigere Variante sein. Wer sich bewusst für den Dimensional-Ansatz entscheidet, sollte deshalb verstehen, welche zusätzlichen Merkmale berücksichtigt werden, welche Risiken damit verbunden sind und welche Kosten entstehen.

Dimensional Sparplan über Finanzdepot

Wenn du einen solchen Ansatz für deinen langfristigen Sparplan oder Entnahmeplan interessant findest, unterstütze ich dich bei der Umsetzung über Finanzdepot. Ich arbeite auf Honorarbasis und erhalte keine Provisionen für den Verkauf von Anlageprodukten. Der Beitrag ist unabhängig und wurde weder von Dimensional noch von einer Depotbank gesponsert.

Über entsprechende Depotlösungen können Schweizer PrivatanlegerInnen Zugang zu ausgewählten Dimensional-Fonds erhalten, die sonst nicht bei jedem Broker direkt verfügbar sind. Gemeinsam lässt sich prüfen, ob ein solcher Ansatz zu deinen Zielen, deinem Anlagehorizont und deinem Risikoprofil passt und wie ein global diversifiziertes Portfolio konkret aufgebaut werden kann.

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Hinweis: Dieser Beitrag beschreibt den Dimensional-Ansatz allgemein und stellt keine individuelle Anlageberatung dar. Die genannten Kosten und verfügbaren Fonds können sich ändern. Eine Anlageentscheidung sollte immer unter Berücksichtigung der persönlichen finanziellen Situation, des Anlagehorizonts und dem individuellen Risikoprofil getroffen werden.


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